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6. Juni

Sonntag Trititatis – das Fest der Heiligen Dreieinigkeit Gottes

So heißt das Fest am Sonntag nach Pfingsten – aber worum geht es dabei? An Weihnachten feiern wir die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus, an Ostern sein Sterben und Auferstehen. An Pfingsten feiern wir, dass Gottes Geist zu den Menschen kommt.

Merk-würdig: Gott offenbart sich nicht nur als der Schöpfer, Gesetzgeber und Richter – wie Muslime meinen. Sondern er zeigt, was es bedeutet, dass der Mensch Gottes Ebenbild ist, indem er selbst Mensch wird. Jesus Christus, ein Mensch der gelitten und gebetet hat wie wir, ja der gestorben ist „hinabgestiegen in das Reich des Todes“, aber der auferstanden ist und der gesagt hat: „Wer mich sieht, der sieht den Vater.“

Gott begegnet uns auf vielerlei Weise, aber das Wunde der Trinität ist, dass Gott von Gott getrennt ist, um uns nahe zu sein: „Mein Gott, warum hast du mich verlassen,“ betet Jesus am Kreuz. Der Satz „Gott ist tot“ stammt eben nicht von Nietzsche, sondern er ist eine uralte christliche Zusammenfassung der Guten Nachricht dass niemand tiefer fallen kann als in Gottes Hand.

Gott begegnet uns als der Vater, Gott über mir, als der Sohn, Gott mit mir, und als der Geist, Gott in mir. Gott ist nicht einsam, souverän, unerreichbar in seinem Himmelsthron und schaut herab auf die Menschen, gnädig oder zornig, sondern er ist Beziehung. Er ist drei in eins, er ist Versöhnung, er ist Sehnsucht und Erfüllung. Er ist die Liebe. Gott ist ein glühender Backofen der Liebe. Darum feiern wir.

Pfr. Otto Guggemos

(Dreifaltigkeitsikone von Andrej Rubljow)