Diakoniesonntag

22.3.2020

Eigentlich wäre in unserer Kirche heute „Diakoniesonntag“. Ein kirchliches Fest, das in keinem Kalender steht. Ich habe es mir ausgedacht, weil es nötig war: Einmal im Jahr laden wir alle ein, mit denen wir in praktischer Nächstenliebe kooperieren und feiern gemeinsam.

Für den heutigen Sonntag hatte sich eine Abordnung aus Vorstand und Personal unseres Diakonieverein Eckersdorf angekündigt. Der Chef des Diakonischen Werkes Bayreuth hatte sich angekündigt. Und zwei Bewohnerinnen des Heinersreuther Altenheims wollten launig-nachdenkliches aus ihrem Leben vortrage.

Das findet nun alles nicht statt. Die Predigt bleibt ungeschrieben. Wohl dem, der heute daheim singt und betet.

Heute in der Predigt hätte ich gerne die Berichte über die Urgemeinde in Apostelgeschichte 2-6 bedacht. Praktische Nächstenliebe gehört zu den Lebensäußerungen einer Kirchengemeinde wie das Atmen. Zum Einatmen – lateinisch inspiratio – gehört das Ausatmen, die helfende Tat.

Es gibt Kirchengemeinden, die große Kraft in diakonische Projekte stecken, und die dabei starken Zulauf bekommen. Suppe für Obdachlose, Treffpunkte für Kinder an sozialen Brennpunkten, Kirchenasyl, Entwicklungshilfeprojekte. Die Kraft ist offensichtlich da, ja sie wächst mit der Aufgabe.

Mein Eindruck ist, dass die Kirchengemeinde Heinersreuth ihre diakonische Berufung noch nicht gefunden hat. Machen wir uns gemeinsam auf die Suche?

Einen gesegneten Sonntag mit viel Inspiration wünscht

Ihr Pfarrer Otto Guggemos