Ich bin dankbar,

18.3.2020

dafür dass wir die Kinder heute Morgen nicht in die Schule schicken müssen. Ich bin dankbar für die Krokusse auf der großen Wiese. Ich bin dankbar für die gemeinsame Zeit gestern Abend.

Ich bin dankbar für die Mitarbeiter in unseren Einrichtungen, die mit viel Fantasie einen Notbetrieb für die Kinder von Arzthelferinnen und Polizisten organisieren. Und ich bin dankbar, dass meine Kinder mit so viel Sorgfalt für die Schule arbeiten, jetzt wo sie endlich einmal Zeit dafür haben.

Ich bin dankbar für die Musik, für die Vögel, für das Morgenläuten unserer Kirche gerade eben. Ich bin dankbar dafür, dass auf der Bundesstraße vor unserem Haus heute fast nichts los ist.

Ich bin einfach dankbar heute Morgen. Ich „muss“ nicht dankbar sein, ich bin es einfach. Ich habe allen Grund dazu. Es tut gut, das zuzulassen und sich darüber zu freuen.

Manchmal brauche ich eine „Sehhilfe“, damit ich das Gute in meinem Leben nicht übersehe. Manchmal ist es nötig, sich die Ruhe zu gönnen und zu überlegen, wofür man Danke sagen kann. Wenn Ihnen heute Morgen nicht zum Danken zumute ist, dann überlegen Sie mal, Ihnen fällt bestimmt was ein. Das gibt nämlich Kraft. „Danken bewahrt vor Wanken, Loben zieht nach oben,“ hat mir mal eine Freundin gesagt, als ich sie(!) im Krankenhaus besucht habe. Sie hatte erlebt, dass man mit dem Mund anfangen kann zu danken, und dass das Herz dann nachkam.

Ihnen wünsche ich heute gute Begegnungen und offene Augen für das Gute, das Gott uns schenkt!

Ihr Pfarrer Otto Guggemos