Ich hab da meine Zweifel….

So lautet das Thema eines ganz besonderen Gottesdienstes, der am Sonntag, 10. November um 17 Uhr in der Evangelischen Kirche in Eckersdorf stattfindet. Der Gottesdienst, der als „Thomasmesse“ gefeiert wird, ist durch ein gemeindeverbindendes Team vorbereitet worden, in dem aktive Ehrenamtliche und TheologInnen aus Heinersreuth, Eckersdorf und der Lutherkirchengemeinde Bayreuth auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Unterstützt wird dieses Team durch Mitglieder des Arbeitskreises „Salben und Segnen“ und durch einen Projektchor, der sich eigens für diesen Gottesdienst zusammengefunden hat.

Eine frische, einladende, viele Erlebnisweisen ansprechende Gottesdienstform ist die „Thomasmesse“. Sie stammt ursprünglich aus Schweden, und erinnert an den „ungläubigen“ Apostel Thomas, der es genau wissen wollte und erst durch die handfeste Berührung mit den Wunden des Auferstandenen zu überzeugen war. Daher ist eine Portion Skepsis  in der Thomasmesse auch kein Tabu, sondern eine Haltung, die ernst genommen wird und mit der man in einen Dialog treten kann.

So dürfen sich von der Thomasmesse gerade auch Menschen angesprochen fühlen, die nicht so recht wissen, was sie glauben können und wollen. Menschen, die suchen und fragen und sich nicht gerne mit Standardantworten abspeisen lassen. Menschen, die vielleicht auch nach einer Zeit der Kirchenabstinenz gerne mal wieder einen Gottesdienst besuchen würden, denen die traditionelle Liturgie aber fremd geworden ist, so dass sie sich im Gemeindegottesdienst unsicher fühlen. 

In der Thomasmesse gibt es diese Schwelle nicht, denn der sonst übliche Ablauf spielt dort nur eine kleine Rolle. Es gibt zwar auch in der Thomasmesse einen liturgischen Rahmen, vor allem aber kreative Verkündigung, gemeinsame Lieder, beschwingte Musik, und – als besonderen Bestandteil, der zu jeder Thomasmesse gehört – eine halbstündige sogenannte „offene Zeit“. In dieser Phase können sich Alle aus einer Anzahl von Angeboten das heraussuchen, was gerade im Augenblick dem eigenen Bedürfnis entspricht: Meditieren oder sich salben und segnen lassen? Eigenen Anliegen an einer „Klagemauer“ schriftlich Ausdruck verleihen oder ein paar Kerzen anzünden oder einfach die Atmosphäre der leisen Musik auf sich wirken lassen? 

Fürbitten und das Gemeinschaft stiftende Abendmahl, bei dem Konfessionen keine Rolle spielen, finden in der Abschlussphase der Thomasmesse statt. Sollte es nach dem erlebnisreichen Gottesdienst noch Gesprächsbedarf geben, gibt es anschließend die Möglichkeit, Mitglieder des Vorbereitungsteams anzusprechen.

Silvia Guhr